BALI - Insel der Götter
Der Vielvölkerstaat Indonesien verteilt sich auf 13677 Inseln, von denen aber nur ca. 6000 bewohnt sind. Sie dehnen sich über 5100 km in Ost-West-Richtung und 1880 km in Nord-Südrichtung aus. Dies entspricht etwa der Fläche Europas. Von seinen mehr als 190 Millionen Einwohnern sind 90 % sunnitische Moslems. Damit leben in Indonesien mehr Muslime als in jedem anderen Land der Erde.
Hinsichtlich Religion und Kultur nimmt Bali, die westlichste der Kleinen Sunda-Inseln, eine Sonderstellung ein. Mit 5801 Quadratkilometern ist die Insel etwa so groß wie Korsika. Auf dieser Fläche drängen sich drei Millionen Menschen, was einer Bevölkerungsdichte von 545 Menschen pro Quadratkilometer entspricht. Dies sind immerhin zweieinhalb mal so viel wie in Deutschland. 95 % der Balinesen sind Anhänger des Hinduismus. Als im 15. und 16. Jahrhundert der Islam sich über die westlich gelegenen Großen Sunda-Inseln Sumatra und Java ausbreitete, flohen immer mehr Hindus über die nur 2,5 km breite Meerenge, der Bali-Straße, auf die Insel und konnten sich erfolgreich der Islamisierung widersetzen.
Europäische Kolonialmächte zeigten zunächst wenig Interesse an Bali, weil die Insel nichts Wertvolles zu bieten hatte und kaum Häfen vorhanden waren, die angefahren werden konnten. Es dauerte bis Anfang des 20. Jahrhunderts, bis die niederländische Kolonialmacht Bali politisch und militärisch eingegliedert hatte. Da zu diesem Zeitpunkt keine Motivation mehr bestand, die Bevölkerung zu missionieren und zu christianisieren, konnte sich die balinesische Kultur und Religion erhalten.
Nicht zuletzt aus diesem Grund ist Bali heute das touristische Zentrum Indonesiens. Der Flughafen der Inselhauptstadt Denpasar ist nach Jakarta die wichtigste Destination des Luftverkehrs. Die Flugzeit von Mitteleuropa aus beträgt noch reichlich über zwölf Stunden. Negative Folgen des Tourismus halten sich auf Bali in Grenzen. So ist das Bali-Beach-Hotel bei Sanur südwestlich von Denpasar der erste und einzige Wolkenkratzer weit und breit. Als man erkannte, welch hässlichen Anblick ein solches Gebäude bietet, erließ der Gouverneur von Bali ein Dekret: Gebäude dürfen höchstens vier Stockwerke hoch sein. Damit sind sie nicht ganz so hoch wie die Palmen, die rund um die Hotels wachsen und verstecken sich dahinter ...
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