Jamaica (ISLAND OF THE SUN)
Nach Cuba und Hispaniola ist es die drittgrößte Insel in der Karibik. Jamaica ist 235 km lang und etwa 80 km breit. Die Insel ist teilweise vulkanischen Ursprungs und mit dem Blue Mountain Peak bis zu 2.256 m hoch. Christoph Kolumbus verschlug es bei seiner zweiten Entdeckungsreise 1494 während eines Hurricans an die Nordküste. Von der Schönheit der Insel soll er beeindruckt gewesen sein. Die indianische Urbevölkerung, die Arawak, haben ihr den Namen xaymaca (Land aus Wasser und Wald) gegeben, woraus dann der Name Jamaica wurde. Die häufigen Wirbelwinde, die über die Insel hinweg fegen, nannten die Ureinwohner huracan.
Die Arawak-Indianer wurden innerhalb weniger Jahre nach der Entdeckung entweder durch eingeschleppte Krankheiten dahin gerafft, oder starben durch die harte Fronarbeit, zu der die spanischen Kolonialherren sie zwangen. Sie wurden schon bald durch afrikanische Sklaven ersetzt. 1655 eroberten die Briten unter Oliver Cromwell Jamaica und vertrieben die Spanier. Deren Sklaven flohen in das Innere der Insel und lieferten sich mit den neuen Kolonialherren einen jahrzehntelangen Guerilliakrieg. Henry Morgan, der bekannteste karibische Freibeuter, wurde ab 1674 Gouverneur der Insel. Im Jahr 1865 zur Kronkolonie aufgestiegen, wurde das Land 1962 in die Unabhängigkeit entlassen. Seit 1872 ist Kingston die Hauptstadt.
Neben dem Reggae-Feeling verbinden den Namen Jamaica viele zuerst mit Rum. Tatsächlich stand und fiel die Wirtschaft in der Vergangenheit oftmals mit dem Preis für das Ausgangsprodukt, dem Rohrzucker.
Im Jahr der Unabhängigkeit (1962) dienten u.a. die Strände Jamaicas als Filmkulisse für das erste Bond-Abenteuer "James Bond jagt Dr. No". Unvergesslich ist die Szene, in der die schweizer Schauspielerin Ursula Andress als erstes Bond-Girl den Fluten entstieg und nicht nur dem Geheimagent ihrer Majestät den Kopf verdrehte. Sein Erfinder, der Autor Ian Fleming, verbrachte lange Jahre bis zu seinem Tod die Wintermonate auf Jamaica. Die Story spielte praktisch vor seiner Haustür. Weitere Streifen mit dem Superagenten entstanden teilweise auf Jamaica, ebenso wie andere bekannte Spielfilme, z.B. "Papillon" (1974). Sie gaben den Startschuss für das neue wirtschaftliche Standbein der Insel, dem Tourismus. Millionen sonnenhungriger Amerikaner und Europäer haben seither Jamaica besucht. Die Zentren der Urlaubsindustrie befinden sich an der Nord- und Westküste.
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