Namibia

... für viele noch "Deutsch-Südwest"

Rundreise vom 10. bis 24. Februar 2000:

Windhoek - Keetmanshoop - Giants' Playground - Köcherbaumwald - Fish River Canyon - Lüderitz - Schloss Duwisib - Sossusvlei - Swakopmund - Etosha-Nationalpark - Tsumeb - Otjiwarongo - Windhoek

Die ca. 30 Jahre deutsche Kolonialzeit haben ihren festen Platz in der Geschichte Namibias. Es ist das einzige Land in Übersee, wo die deutsche Kultur dauerhafte Spuren hinterlassen hat. Wer diese seltsame Symbiose zwischen deutscher und afrikanischer Kultur erleben will, dem ist eine Reise durch dieses Land zu empfehlen.

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Das Foto nebenan zeigt mich am Wendekreis des Steinbocks (südlicher Wendekreis) ca. 50 km südlich von Windhoek.

Als gegen Ende des 19. Jahrhunderts die Kolonialmächte die Welt schon fast vollständig unter sich aufgeteilt hatten, wollte sich das eben erst zur Großmacht aufgestiegene Deutsche Reich auch noch schnell ein paar Plätzchen an der Sonne reservieren. Eines lag im Südwesten des afrikanischen Kontinents. 1883 hatte ein Bremer Kaufmann namens Adolf Lüderitz dort ein großes Stück Land erworben, das im folgenden Jahr zum deutschen Schutzgebiet erklärt wurde: Deutsch-Südwest-Afrika.

Windhoek: das 1912 geschaffene Reiterdenkmal in Namibias Hauptstadt erinnert an die Soldaten der deutschen Schutztruppe, die zwischen 1884 und 1915 in "Deutsch-Südwest" die kolonialen Interessen des wilhelminischen Kaiserreichs verteidigten.

Lüderitz: an der gleichnamigen Bucht gelegen, ist ein Städtchen im Jugendstil, wie man es in Deutschland nicht mehr antrifft.

Kolmanskuppe: als 1908 hier in der Nähe ein Bahnarbeiter einen Diamanten fand, brach das Diamantenfieber aus und es entstand für kurze Zeit die reichste und modernste Stadt Afrikas. 1915 übernahm Südafrika die Mine, bis sie 1938 geschlossen wurde. Heute ist es eine Geisterstadt. Von scharfen Winden angetrieben wirken die Sandkörner wie Schmirgelpapier und nagen am Gemäuer der verlassenen Häuser.

Schloss Duwisib: ein ehemaliger Offizier der deutschen Schutztruppe baute nach seiner aktiven Dienstzeit für seine Frau und sich diese mittelalterlich aussehende Burg. Für das 1909 fertiggestellte Bauwerk war nichts zu teuer. Das gesamte Material musste erst von Deutschland aus verschifft und dann 400 Kilometer mit Ochsenkarren durch die Wüste transportiert werden.

Henschel-Lokomotive: vor dem Bahnhof in Otjiwarongo als Denkmal aufgestellt. Die für Namibias Eisenbahnen ungewöhnliche Größe und die Länge des Schlepptenders dieser Dampflok ergibt sich aus deren Anschaffungszweck. Sie zog die schweren Erzzüge auf der langen Strecke von der Bergwerksstadt Tsumeb in den Hafen von Swakopmund, bis sie im Jahr 1960 außer Dienst gestellt wurde.

Swakopmund: die Stadt entstand 1892 als künstlicher Hafen, weil die deutsche Kolonialmacht nicht länger vom benachbarten britischen Hafen Walvis Bay abhängig sein wollte. Doch wegen des flachen Wassers mussten die Schiffe zwei Meilen vor der Küste ankern, wo Menschen und Material auf kleine Boote verladen wurden. Das Foto zeigt das ehemalige Bezirksgericht. Heute ist es die Sommerresidenz des Staatspräsidenten von Namibia. Die Spuren deutscher Kolonialgeschichte sind in Swakopmund mehr als in allen anderen Städten Namibias wahrzunehmen. Tatsächlich glaubt man sich in die Fußgängerzone einer deutschen Kleinstadt versetzt. Und abends treffen sich deutstämmige Namibier und Touristen aus Deutschland im "Brauhaus".

Otjikoto Lake: dieser See ist "nach unten offen", denn er gehört zu einem riesigen unteridischen Höhlensystem, das mit Wasser gefüllt ist und bei dem an dieser Stelle die Decke einbrach. Der Anblick des still ruhenden Sees täuscht. Starke Strömungen in Tiefen bis zu 70 Metern haben Tauchern schon das Leben gekostet. Im Juli 1915 versenkte die deutsche Schutztruppe hier ihre Ausrüstung und ihre Geschütze, bevor sie vor der Übermacht kapitulierte. Damit endete faktisch die deutsche Kolonialherrschaft in Namibia.

Doch Namibia hat noch viel mehr zu bieten, als deutsche Kolonialgeschichte:

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